Funktion und Auswahl deines Batterieladegeräts
Eine der einfachsten und zuverlässigsten Möglichkeiten, deine Batterien im Wohnmobil zu laden, ist der Einsatz eines Batterieladegeräts. Diese Geräte nutzen eine externe Spannungsquelle – zum Beispiel eine Steckdose auf dem Campingplatz – und wandeln diese auf das Bordspannungsniveau um.
Grundsätzlich kann man hier zwischen festverbauten Batterieladegeräten und mobilen unterscheiden. Wir beschäftigen uns in diesem Kapitel mit den festverbauten Ladegeräten, wobei alle Informationen aus diesem Kapitel auch für mobile Ladegeräte genutzt werden können.
Zuerst solltest du prüfen, welche Spannungsniveaus auf der Eingangs- und Ausgangsseite für dein System relevant sind.
Ausgangsseitig ist das elektrische System deines Wohnmobils. Je nachdem, ob du ein 12 V DC oder ein 24 V DC Bordnetz verwendest, musst du diesen Wert bei der Auswahl deines Batterieladegeräts beachten.
Eingangsseitig sind die meisten Batterieladegeräte für eine Netzspannung von 230 V AC sowie für eine Frequenz von 50 Hz ausgelegt. Damit können diese Geräte europaweit verwendet werden. Plant ihr auch außerhalb Europas Urlaub zu machen, solltet ihr nach Batterieladegeräten suchen, die neben 230 V/50 Hz auch 110 V/60 Hz als Eingangsspannung unterstützen. Es lohnt sich auch vorher die Netzspannung in potentiellen Urlaubsgebieten zu recherchieren. Viele Ladegeräte bieten nicht nur die einzelnen Spannungsniveaus an, sondern einen kompletten Spannungsbereich von beispielsweise 100–250 V AC.
Neben den Spannungsniveaus sind auch die einstellbaren Ladekennlinien bzw. Batterietypen zu beachten. Wenn du beispielweise als Wohnraumbatterie eine LiFePO4 Batterie nutzt, muss das Ladegerät auch eine solche Batterie laden können.
Eine weitere sinnvolle Funktion, die einige Batterieladegeräte anbieten, ist die Möglichkeit neben deiner Wohnraumbatterie auch deine Starterbatterie zu laden. Dazu haben manche Ladegeräte einen zweiten Ausgang, der meist nur einen geringen Strom liefert – der jedoch völlig ausreichend ist, um die Ladung der Starterbatterie zu erhalten. Es gibt auch Ladegeräte, die zusätzliche vollwertige Ladeausgänge haben. Einen sinnvollen Anwendungsbereich im Wohnmobil ist eher die Ausnahme.
Als letzten relevanten Punkt schauen wir uns noch die zur Verfügung gestellte Stromstärke an. Hat ein Batterieladegerät einen maximalen Strom von 30 A, kann man grob davon ausgehen, dass nach einer Stunde 30 Ah in die Batterie geladen werden. Dieser Wert ist unserer Meinung nach gar nicht so ausschlaggebend. Selbst wenn man nur eine Nacht auf einem Campingplatz steht, würde ein entsprechendes Ladegerät ca. 300 Ah zur Verfügung stellen. Damit wären die meisten Batteriesysteme, die in Wohnmobilen eingebaut wurden, vollgeladen. Sprich ein Ladegerät mit einer höheren maximalen Stromstärke, bringt in den meisten Fällen keinen zusätzlichen Nutzen – es sei denn, du hast sehr große Batteriespeicher oder verbrauchst durch große Verbraucher (Klimaanlage / Induktionskochfeld) viel Strom während du auf dem Campingplatz stehst.
Zusätzlich zu den grundlegenden Daten zu den Batterieladegeräten, bieten diese Geräte auch weitere Extras an. Manche Ladegeräte können beispielweise Batterie „wecken“, wenn diese vom BMS aufgrund einer zu niedrigen Spannung abgeschaltet wurden. Darüber hinaus bieten einige Geräte einen lautlosen Modus für die Nacht an, eine Bluetooth Schnittstelle oder weitere Extras.
Auch hier gilt wieder, dass diese Extras durchaus sinnvoll sein können, aber nicht zwingend notwendig sind oder beachtet werden müssen.
Nach der Entscheidung für ein passendes Batterieladegerät kannst du entweder mit dem nächsten Thema weitermachen – Solarmodule oder Trennrelais & Ladebooster – oder, sofern du diese Abschnitte bereits abgeschlossen hast, direkt zum Kapitel – Abschluss Stromerzeugung übergehen.