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WissensdatenbankElektrikSolarmodul Arten und Leistung

Solarmodul Arten und Leistung

Bauart, Technologien und Leistung

Nachdem du den grundsätzlichen Aufbau und Funktionsweise von Solarmodulen verstanden hast, beschäftigen wir uns mit den verschiedenen Arten von Modulen. Dazu schauen wir uns als erstes die konstruktiven Unterschiede an.

Es gibt Module, die auf einem robusten Rahmen montiert sind, und (semi-) flexible Module.

Gerahmte Module benötigen zur Befestigung auf dem Dach meist zusätzliche Halterungen oder Montagegestelle und bauen damit höher auf. Dadurch können diese Module Wärme deutlich besser abführen, wodurch sie unter idealen Bedingungen effizienter arbeiten, da sich die Module weniger stark aufheizen. Zusätzlich sind solche Module robuster. Im Vergleich zu den (semi-)flexiblen Modulen sind Gerahmte deutlich schwerer.

Die (semi-)flexiblen Module werden direkt auf das Dach des Wohnmobils verklebt. Deshalb können diese Module die Wärme weniger gut abgeben als Rahmenmodule. Im direkten Vergleich sind flexible Module allerdings deutlich leichter.

Ein weiterer Punkt, der Einfluss auf deine Wahl haben kann, ist die Beschaffenheit und die Form deines Dachs. Es gibt Dächer, die beispielsweise eine gebogene Fläche haben, auf die es leichter ist, ein flexibles Modul zu kleben als eine Halterung zu montieren, die ein starres Modul aufnehmen kann.

Sofern die Form deines Dachs es zulässt und du keine Probleme mit dem Gesamtgewicht deines Wohnmobils hast, würden wir dir eher zu gerahmten Modulen raten auf Grund der besseren Wärmeabgabe und der Robustheit. Im Durchschnitt sind diese Module auch günstiger als (semi-)flexible Module.

Als Nächstes schauen wir uns die unterschiedlichen Technologien an, mit denen Solarzellen aufgebaut sind. Wenn ihr nach Solarmodulen sucht, stolpert ihr immer wieder über die Begriffe Monokristallin, Polykristallin und Schindeltechnologie.

Monokristallin und polykristallin beschreiben die Herstellungsweise der Solarzellen – also, wie das Silizium strukturiert ist. Monokristalline Solarzellen werden aus einem einzelnen Siliziumkristall geschnitten, wohingegen polykristalline Zellen aus geschmolzenem Silizium bestehen. Am einfachsten erkennt ein Laie den Unterschied durch die Farben, denn monokristalline Solarzellen sind in der Regel fast schwarz, während polykristalline Zellen durch ihre bläuliche Färbung auffallen.

Foto Monokristallin und Polykristallin

Technisch gesehen gibt es heute kaum noch Gründe, sich für polykristalline Solarmodule zu entscheiden. Diese haben im Durchschnitt einen deutlich niedrigeren Wirkungsgrad, wodurch du weniger Solarleistung auf eine ohnehin schon sehr begrenzte Fläche auf deinem Dach verbauen kannst. Inzwischen passen sich die Preise auch immer mehr an, da der Marktanteil von polykristallinen Solarmodulen stetig sinkt und sie kaum noch produziert werden.

Die Schindeltechnologie ist hingegen kein Herstellungsverfahren der Solarzellen, sondern ein noch recht neues Verfahren, die Solarzellen untereinander auf einem Solarmodul miteinander zu verbinden.

Dazu wird jede Solarzelle in 5 bis 6 schmale Streifen geschnitten. Diese werden wieder mit einem leitfähigen Kleber überlappend zusammengefügt. Die Struktur ähnelt am Ende dem Aufbau von Dachziegeln. Dieser Aufbau sorgt am Ende für einen erhöhten Wirkungsgrad im Gegensatz zu dem Standardverfahren. Zusätzlich erzielen solche Solarmodule bessere Ergebnisse bei Teilverschattungen, da die Strings weniger schnell ausfallen. Wie genau diese Struktur funktioniert und warum sie bei Teilverschattung klare Vorteile bringt, erkläre ich in einem eigenen Kapitel.

Am Ende ist es wie so oft eine Frage des Preises. Schindelmodule sind auch heute noch teurer als „normale“ Module, bringen dir aber mehr Leistung pro Fläche. Wie groß der Unterschied nachher wirklich ist und ob dir der Aufpreis das Wert ist, musst du für dich entscheiden.

Am besten kannst du die Entscheidung treffen, wenn du weißt, wie viel Solarleistung du verbauen möchtest und wie viel Platz du überhaupt auf deinem Dach zur Verfügung hast. Dann kannst du entscheiden, ob du die höheren Kosten in Betracht ziehen möchtest.

Und damit kommen wir auch zur letzten Fragestellung in diesem Kapitel: Wie legt man die benötigte Solarleistung überhaupt fest?

Diese Berechnungen sind deutlich komplexer als die, die wir dir in den vorherigen Kapiteln gezeigt haben. Als Hilfestellung kannst du unser Tool den Solar Rechner nutzen. Dieser Rechner berechnet dir, wie viel du an einem frei gewählten Ort auf dieser Erde in den verschiedenen Monaten laden kannst abhängig von deiner installierten Solarleistung. Die Berechnungen basieren auf Wetterdaten aus den Jahren 2005 bis 2024. Damit können die Ergebnisse zwar keine Voraussage über zukünftige Wetterverhältnisse geben, aber sie geben dir eine sehr wichtige Grundlage über die Leistungsfähigkeit von Solarpanels zu den verschiedenen Jahreszeiten an den verschiedenen Orten. Du kannst mit verschiedenen Batteriegrößen, Solarleistungen und Orten spielen, um ein Gefühl für dein optimales Setup zu bekommen.

Bevor wir zur Auswahl passender Solarmodule übergehen, beschäftigen wir uns im Kapitel – Solarladeregler noch mit den passenden Reglern. Denn du kannst deine Solarmodule nicht einfach an deine Batterie(n) anschließen, sondern benötigst dazwischen noch einen Solarladeregler.