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Strombedarf

Verbraucher festlegen und Strombedarf ermitteln

Die Berechnung deines Strombedarfs ist einer der wichtigsten Schritte bei der Planung deines Elektrosystems. In diesem Kapitel zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du daraus die passende Größe deiner Batterie(n) ableiten kannst. Vorab: Du wirst diese Berechnung im Laufe deiner Planung mehrmals durchführen. Je intensiver du dich mit deinem System beschäftigst, desto genauer werden deine Ergebnisse.

Wie du schon im Kapitel – Batterietypen gelernt hast, wird die Größe der Batterie in Amperestunden [Ah] angegeben. Deshalb ist es wichtig von jedem Verbraucher, den du in dein Wohnmobil einbauen wirst, den täglichen Bedarf an Strom zu berechnen, sodass du eine Abschätzung für die benötigte Größe deiner Batterie(n) machen kannst.

Im ersten Schritt listest du alle deine elektrischen Verbraucher auf. Diese Liste wird im Laufe deiner Planung weiter wachsen und das ist auch überhaupt nicht tragisch. Das Ziel ist es von einer ersten groben Abschätzung immer präziser zu werden. Typische elektrische Verbraucher in deinem Wohnmobil sind zum Beispiel LEDs, ein Kühlschrank, eine Heizung oder Lüfter.

Als nächstes musst du die benötigte Leistung aller Verbraucher herausfinden. Oft findest du diese Werte in der Beschreibung oder in dem Datenblatt. Ein einfacher LED-Spot hat ungefähr eine Leistung von 3 W. Ein Induktionskochfeld kann 2000 W oder mehr benötigen – bei 12 V entspricht das bereits über 160 A Strom.

Im nächsten Schritt muss für jeden Verbraucher die tägliche Nutzungsdauer (in Stunden) festgelegt werden. Diese Festlegung kann bei manchen Verbrauchern schwierig sein und kann auch von dem Ort abhängig sein zu dem du reisen möchtest. Du wirst mehr Strom für Licht und für deine Heizung verbrauchen, wenn du im Winter in Skandinavien unterwegs bist, als im Sommer am Mittelmeer. Wir empfehlen dir, verschiedene Reiseszenarien durchzuspielen – z. B. Sommer in Südeuropa vs. Winter in Skandinavien – und den Strombedarf jeweils separat zu berechnen.

Damit ist deine Recherche Arbeit auch bereits erledigt. Jetzt folgt nur noch die Berechnung. Als erstes wird der benötigte Strom deiner Verbraucher berechnet. Den Zusammenhang von Strom, Spannung und Leistung hast du ja bereits im Kapitel – Grundlagen gelernt. In diesem Fall stellen wir die Gleichung um, damit wir den Strom als Ergebnis haben.

Berechnung Strom

Achte bei der Berechnung darauf, Zeitangaben korrekt in Stunden umzurechnen – zum Beispiel entsprechen 30 Minuten nicht 0,3  h, sondern 0,5 h. Dieser kleine Flüchtigkeitsfehler passiert schnell, kann aber das Ergebnis erheblich verfälschen.

Diese Berechnung kannst du für alle deine Verbraucher machen. Anschließend muss der benötigte Strom noch in die benötigte Kapazität pro Tag umgerechnet werden. An den beiden Einheiten (Strom in Ampere und Kapazität in Amperestunden) erkennst du auch, wie diese Berechnung funktioniert.

Berechnung Amperestunde

Auch diese Berechnung kannst du für alle deine Verbraucher machen. Damit hast du für jeden deiner Verbraucher die benötigte tägliche Kapazität berechnet. Wenn du all diese Werte aufaddierst, erhältst du deinen täglichen Bedarf an Batteriekapazität.

Deshalb empfehle ich, deine berechnete Gesamtkapazität mit einem Sicherheitsfaktor von 1,5 zu multiplizieren. So hast du einen sinnvollen Puffer für unvorhergesehene Situationen. Hast du schon viel Erfahrung und weißt, dass deine Schätzungen bereits auf Erfahrungen basieren, kannst du den Sicherheitsfaktor auch entsprechend kleiner wählen.

Nachdem du jetzt deinen täglichen Strombedarf kennst, können wir uns mit der Auswahl deiner ersten Komponente beschäftigen: die Batterie(n). Im Kapitel – Auswahl Batterie machen wir eine erste Abschätzung über deine benötigte Gesamtkapazität deiner Batterie und schauen uns an, welche weiteren Daten wichtig für die Auswahl sind.